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LRS-Konzept

Liebe Schüler*innen, sehr geehrte Eltern,

Schüler*innen mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche stehen in nahezu allen Unterrichtsfächern vor besonderen Herausforderungen, da Lesen und Schreiben in nahezu jedem Unterricht und jeder Prüfungssituation wichtig sind.

Der Erlass des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur vom 31. August 2018 zur Förderung von Schüler*innen mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche (Legasthenie)[1] regelt, welche Möglichkeiten betroffene Schüler*innen haben.

Das BBZ Schleswig nimmt die besonderen Herausforderungen der betroffenen Schüler*innen sehr ernst. In diesem Zusammenhang haben wir ein Konzept erarbeitet, an welchem Deutschlehrkräfte, Elternbeiräte und betroffene Schüler*innen beteiligt waren. Dieses Lese-Rechtschreib-Konzept basiert auf dem oben genannten Erlass und stellt einen Meilenstein im Umgang mit Lese-Rechtschreib-Schwäche am BBZ Schleswig dar. Es geht darin insbesondere um die konkreten Maßnahmen, die Schüler*innen mit einer Legasthenie in den jeweiligen Schulformen haben, die Transparenz für Betroffene und deren Eltern sowie die schulinterne Kommunikation.

Sie finden auf dieser Seite das LRS-Konzept, bildungsgangspezifische Infoflyer zur Legasthenie und die nötigen Formulare / Anträge für gewünschte Maßnahmen zum Download.

Erster Ansprechpartner für Fragen im Zusammenhang mit einer Legasthenie ist immer die Klassenlehrkraft! Sollte darüber hinaus weiterer Beratungsbedarf bestehen, steht Ihnen unsere LRS-Fachkraft, Herr Hohmann (hoh@bbzsl.de), gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre LRS-Arbeitsgruppe

 

[1] Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur: Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Lese-Rechtschreib-Schwäche (Legasthenie). Erlass des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur vom 31. August 2018 – III 315, Kiel 2018.

Lese-Rechtschreib-Schwäche

Schüler*innen mit Lese-Rechtschreib-Schwäche haben Schwierigkeiten in fast allen Unterrichtsfächern, da in nahezu jedem Unterricht oder jeder Prüfungssituation gelesen und geschrieben wird.
Der Erlass zur „Lese-Rechtschreib-Schwäche (Legasthenie)“ vom 31. August 2018 ermöglicht in der Sekundarstufe II unter bestimmten Bedingungen den Notenschutz bei Klausuren und Prüfungen oder die zurückhaltende Gewichtung der Lese- und Rechtschreibleistungen sowie die Gewährung von Ausgleichsmaßnahmen (siehe hierzu auch ergänzend die FAQs zum Erlass ab Seite 9).
Die Aufgabe der Schule ist es daher, durch eine gute schulspezifische Arbeits- und Organisationsform unter anderem die betroffenen Schüler*innen schon kurz nach der Einschulung zu erreichen und über die möglichen Hilfestellungen und Erleichterungen umfassend zu informieren (z.B. Merkblatt und Antragsformulare, Einladung zu einer Informationsveranstaltung), damit ein erforderlicher Antrag vor der ersten Klausur gestellt und von der Klassenkonferenz berücksichtigt werden kann.
Dieses Konzept basiert auf dem Erlass zur Förderung von Schüler*innen mit Lese-Rechtschreib-Schwäche (Legasthenie) vom 31. August 2018 sowie den Arbeitsergebnissen der durch Beschluss der Pädagogischen Konferenz vom 03.03.2020 eingesetzten Arbeitsgruppe LRS, bestehend aus Lehrkräften, Elternvertretern*innen und Schülervertreter*innen.

Das Konzept zur Förderung der Schüler*innen mit einer LRS bezieht sich auf alle Schulformen des BBZ Schleswig, wobei alle Schüler*innen in individuellem Maße gefördert und gefordert werden. Dementsprechend ist der Unterricht zu gestalten, wobei der Anteil des eigenverantwortlichen Arbeitens an den Defiziten durch die Schüler*innen zunehmend in den Vordergrund treten muss (vgl. Erlass 1.1.2).
Nach aktueller Erlasslage haben ausnahmslos alle Schüler*innen an berufsbildenden Schulen, die eine amtlich anerkannte LRS nachweisen können, Anspruch auf Notenschutz sowie bei Bedarf – teilweise auch ohne zu erbringenden LRS-Nachweis – auf Förder- sowie Ausgleichsmaßnahmen. Ministerielle Erläuterungen zur Umsetzung des Erlasses sind eingearbeitet.

Gruppen

Generell macht der Erlass es notwendig, die Schüler nach den Schularten zu gruppieren:

Gruppe A

Berufsvorbereitung, Berufsfachschule I, Berufsschule, Berufsfachschule III (Sozialwesen)

Gruppe B

Berufliches Gymnasium, Berufsfachschule III (alle außer Sozialwesen), Berufsschule bei Fachhochschulreife-Erwerb („Abendschule“), Fachoberschule, Fachschulen

Notenschutz

  • Notenschutz kann nur denjenigen Schüler*innen beider Gruppen A und B gewährt werden, bei denen eine LRS bis spätestens zum Ende der Sekundarstufe I in der allgemeinbildenden Schule förmlich festgestellt wurde. Dies kann über entsprechende Kopien vorangegangener Zeugnisse mit dem entsprechenden Vermerk und/oder des psychologischen Gutachtens nachgewiesen werden.
  • Notenschutz wird in beiden Gruppen A und B einschließlich der Abschlussprüfungen so lange gewährt, bis durchgehend über den Zeitraum von mehr als einem halben Schuljahr mindestens mit „ausreichend“ zu bewertende Rechtschreibleistungen erzielt wurden. Dies wird von der Klassenkonferenz festgestellt.
  • Bei Schülern*innen der Gruppe A bleiben die Rechtschreibleistungen in der Notenfindung unberücksichtigt.
  • Bei der Bewertung von schriftlichen Arbeiten in den Fremdsprachen sowie in den anderen Fächern der Gruppe A ist die LRS „entsprechend zu berücksichtigen“ (Tz. 2.2.5). Die fachgerechte Umsetzung dieser Regelung obliegt der jeweiligen Fachschaft.
  • Notenschutz muss im Zeugnis vermerkt werden. Bei Schülern*innen der Gruppe A lautet der Vermerk: Die Rechtschreibleistungen entsprechen nicht den Anforderungen; sie sind in den Fachnoten nicht enthalten. Auf Antrag kann bis einschließlich der Jahrgangsstufe, in der der Mittlere Schulabschluss erworben wird, zusätzlich im Zeugnis vermerkt werden: Es wurde eine Lese-Rechtschreibschwäche förmlich festgestellt.
  • Notenschutz in der Gruppe B muss von den Schüler*innen formlos schriftlich beantragt werden.
  • Wurde Schüler*innen der Gruppe B Notenschutz gewährt, werden im Fach Deutsch die Rechtschreibleistungen (Elementarbereich) gegenüber den Teilbereichen Inhalt, Aufbau und Gedankenführung und Sprachangemessenheit „zurückhaltend gewichtet“ (Tz. 2.2.5) und zwar höchstens mit halbem Gewicht (Gewichtungsgrad wird von der Klassenkonferenz abhängig von Art und Umfang der individuellen Schwierigkeiten der Schüler*innen festgelegt und kann quasi beliebig weit auch unter 0,5 liegen).
  • Die Gesamtnote in Deutsch (Gruppe B) darf bei zurückhaltender Gewichtung der Rechtschreibleistungen in Relation zur gleichmäßigen Bewertung der vier Teilbereiche max. um zwei Notenpunkte abweichen.
  • Der Zeugnisvermerk für Schüler*innen der Gruppe B lautet: Die Rechtschreibleistungen entsprechen nicht den Anforderungen; sie sind in den Fachnoten zurückhaltend gewichtet.
  • Der Vermerk muss in jedem Halbjahreszeugnis stehen, in dem Notenschutz gewährt wurde. Wurde in irgendeinem für die Abschlussnoten relevanten Halbjahr (BG: in der Qualifikationsphase 12. und 13. Jg.) Notenschutz gewährt, muss der Vermerk auch im Abschluss-/Abiturzeugnis erscheinen. Eine geeignete Dokumentation diesbezüglicher Information der Schüler*innen bei Antragstellung ist dringend empfohlen.

Regelungen in der Gruppe B

Fremdsprachen

Die Berücksichtigung des LRS-Erlasses umfasst die Rechtschreibleistung in den Kompetenzbereichen Textproduktion, Mediation, Interaktion sowie das Hör-Hörsehverstehen. Für die zurückhaltende Gewichtung abhängig von Art und Umfang der individuellen Schwierigkeiten legasthener Schüler*innen bietet sich folgende Handhabung an:

  • Bei der Bewertung von rein rezeptiven Kompetenzen gibt es keinen Punktabzug für die Rechtschreibleistung.
  • Bei der Bewertung der produktiven, mediativen und interaktiven Kompetenzen wird durch die Fachkonferenz festgelegt, welche Stufe in den Beurteilungsinstrumenten bei der Rechtschreibleistung für die zurückhaltende Bewertung angewendet wird.

Andere Fächer

In Fächern, in denen die sprachliche Richtigkeit (Rechtschreibleistung) nicht bereits Gegenstand der fachspezifischen Bewertungsvorgaben ist, wird von den Regelungen zum Punktabzug gemäß § 6 Abs. 2 der Vereinbarung über die Abiturprüfung der gymnasialen Oberstufe in der Sekundarstufe II (KMK-Beschluss vom 13.12.1973 i. d. F. vom 06.06.2013) kein Gebrauch gemacht.

Ausgleichsmaßnahmen (AM)

  • AM werden Schüler*innen der Gruppe A bei besonderen und andauernden Schwierigkeiten (mangelhaften Leistungen) im Lesen und / oder Rechtschreiben unabhängig von der förmlichen Feststellung einer LRS gewährt. Dies kann insbesondere für Schüler*innen mit Migrationshintergrund von Bedeutung sein.
  • Für AM bei Schülern*innen der Gruppe B müssen sowohl mangelhafte Rechtschreibleistungen als auch die Anerkennung einer LRS bis spätestens zum Ende der Sekundarstufe I vorliegen (Nachweis erforderlich).
  • AM müssen den Schüler*innen durch die Schule angeboten werden (keine „Holschuld“ der Schüler*innen).
  • AM sollen auf die individuellen Schwächen der Schüler*innen zugeschnitten werden (es empfiehlt sich also ein beratendes Gespräch, ggf. unter Einbezug der Eltern).
  • Als AM ist insbesondere eine Verlängerung der Arbeitszeit bei Klausuren und ähnlichen Leistungsnachweisen um mindestens 10% vorgesehen. Weitere mögliche Ausgleichs- maßnahmen sind im Erlass (Tz. 2.1) nachzulesen.
  • Für unterschiedliche Fächer sind unterschiedliche AM (auch mehrere) möglich.
  • AM werden von der Klassenkonferenz beschlossen.
  • Ausgleichsmaßnahmen gelten für alle Fächer und auch für alle Abschlussprüfungen. Sie sind außerdem der Dauer einer jeweiligen Klassenarbeit entsprechend anzupassen, wenn die Klassenkonferenz dies beschlossen hat.
  • Wird eine Ausgleichsmaßnahme nur in bestimmten Fächern benötigt, ist dies auf dem Antrag festzuhalten (z.B. die akustische Darbietung nur in den Sprachen).
  • Gewährte AM gelten in allen Prüfungen inkl. Abschlussprüfung.
  • AM werden nicht im Zeugnis vermerkt.

Downloads

BBZ-Flyer LRS Gruppe A

inkl. Antrag

BBZ-Flyer LRS Gruppe B

inkl. Antrag