Tätigkeit im Überblick:
Der Beruf der ErzieherIn ist aus drei ursprünglich eigenständigen Berufen entstanden. Bereits im Jahre 1928 wurden die Berufe "Kindergärtnerin" und "Hortnerin" zusammengefasst. Zur Vereinigung mit dem Beruf "Jugend und HeimerzieherIn" kam es in den einzelnen Bundesländern Westdeutschlands jeweils verschieden zwischen 1962 und 1972. Im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahre 1990 wurden ähnliche berufliche Ausbildungen in den östlichen Bundesländern in den Beruf der ErzieherIn integriert, so daß die heutige Ausbildung dazu befähigt, in allen Bundesländern als sozialpädagogische Fachkraft in den vielfältigen Bereichen der Jugendhilfe selbständig und eigenverantwortlich tätig zu sein.
ErzieherInnen werden überwiegend in Tageseinrichtungen für Kinder, in Einrichtungen der Heimerziehung und sonstigen betreuten Wohnformen, sowie zunehmend in Freizeitangeboten und Ferieneinrichtungen der Jugendarbeit tätig. Träger dieser Einrichtungen sind Kommunen, freie Wohlfahrtsverbände, Kirchen und sonstige Träger der freien Jugendhilfe, wie z.B. Elternvereine.
Berufliche Perspektiven:
Die ErzieherInnen sind nach den LehrerInnen die zahlenmäßig größte Berufsgruppe des gesamten Bildungs-, Sozial-, und Erziehungswesen. Etwa 247.000 ErzieherInnen waren Mitte der 90er Jahre im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe erwerbstätig. In den Tageseinrichtungen für Kinder (alte Bundesländer) sind etwa 85% der ErzieherInnen erwerbstätig, in den neuen Bundesländern sind es 89% (alle Daten beziehen sich auf den Bereich der Kinder- und Jugendhilfe), in Einrichtungen der Heimerziehung etwa 10% (alte Bundeländern) und 7% in den neuen Bundesländern. Innerhalb der Kinder- und Jugendhilfe sind 97% der ErzieherInnen in den drei Arbeitsfeldern Tageseinrichtungen für Kinder, Einrichtungen und Maßnahmen der Erziehungshilfe (Heimerziehung) und der Jugendarbeit tätig.Der ErzieherInnenanteil am Gesamtpersonal liegt in Kindertageseinrichtungen bei etwa 57% und ist somit um fast 20% gestiegen. In den anderen Bereichen sind die Anteile relativ konstant geblieben: in der Heimerziehung bei etwa 30%, in der Jugendarbeit bei 13%.3 In der gesamten Kinder- und Jugendhilfe haben Kindertageseinrichtungen "einen Personalanteil von 55%, einen Einrichtungsanteil von 61% sowie einen Anteil an verfügbaren Plätzen von immerhin 87%".4 Damit sind Kindertageseinrichtungen neben der Schule die wichtigste pädagogische öffentliche Einrichtung und das einzige Arbeitsfeld der Jugendhilfe, welches von normalerweise jedem Kind durchlaufen wird. Die Kindertageseinrichtungen unterscheiden sich in Kindergarten, Hort und Krippe. Der Kindergarten dominiert hier deutlich, fast 90% des Personals und des Platzangebotes (und 70% der ErzieherInnen der Jugendhilfe) gehören zu diesem Bereich5.Die "Hilfe zur Erziehung" (klassisch Heimerziehung genannt) hat innerhalb der sich ausweitenden Jugendhilfe an Bedeutung verloren. Der Anteil am Gesamtpersonal der Jugendhilfe fiel von 19% (1974) kontinuierlich auf 14% (1990). Das beschäftigte Personal in diesem Bereich hat jedoch leicht zugenommen. Der Anteil der ErzieherInnen stieg sogar um 90% im gleichen Zeitraum. Der Anteil der Männer in den "Hilfen zur Erziehung" liegt mit etwa einem Drittel über dem Durchschnitt der gesamten Jugendhilfe. Die ErzieherInnen stellen mit etwa 30% die größte Berufsgruppe in diesem Arbeitsbereich, jedoch hat sich ihr Anteil seit 1982 nicht mehr erhöht.Ähnliche Veränderungen zeichnen sich auch in der Jugendarbeit ab. Dies ist zwar das einzige Arbeitsfeld, in dem der Anteil von Männern und Frauen relativ ausgeglichen ist, aber auch hier wird ein Rückgang der Berufsgruppe der ErzieherInnen sehr deutlich.
(Quelle: erzieherin-online.de)
Mögliche Weiterqualifikationen:
Heilpädagoge/Heilpädagogin:
Nach erfolgreichem Abschluss der Erzieherausbildung besteht die Möglichkeit, an der Fachschule für Heilpädagogik in Flensburg an der Hannah-Arendt-Schule (Vollzeit, 1.5 Jahre) oder an der Fachschule für Heilpädagogik der Elly-Heuss-Knapp-Schule in Neumünster (Teilzeit, 3 Jahre)
Studium „Bachelor of Arts“ an der FH Kiel ohne erworbene Fachhochschulreife
Studium an anderen FH in Deutschland mit erworbener Fachhochschulreife
Link:
Landesverordnung über die Fachschule (FSO)